Es ist wieder soweit, Neuigkeiten aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten!
Der Alltag hat sich so langsam eingeschlichen.
In meinem Apartment ist es mittlerweile richtig gemütlich geworden- nicht zuletzt Dank der bekannten Gesichter die die Wand zieren. Sie steht kurz vor der Vollendung und dann gibt es endlich mal ein Foto!

Zum Job komme ich gleich, es gibt neue „Erfahrungen“ zu berichten!
Die Wochen waren recht ruhig, viel ist nicht passiert.
Eigentlich kann ich nur Kleinigkeiten berichten...
hatte ich zum Beispiel erzählt wie ich mich ausgesperrt hab? Nein? Na, liegt vielleicht daran, dass es mir wirklich unangenehm war...das war so:
Ich wollte auf meine kleine Terrasse. Da es draußen ja kalt ist, habe ich brav die Tür hinter mir geschlossen. Die Terrassentüren hier haben eine wirklich tolle Einbruchsicherung: man legt einfach einen Metallarm in den Rahmen und niemand kann die Tür von außen öffnen. Wenn man von innen raus möchte, klemmt man diesen Arm einfach die dafür vorgesehene Halterung ein. Blöd ist nur, wenn dieser Arm nicht richtig einrastet in besagter Halterung. Schiebe also (von außen wohlgemerkt) die Tür zu – und plumps, fällt dieser Arm runter und die Tür ist geschlossen (hier sei noch mal erwähnt: ich war draußen).
Glaubt mal, da schaut man echt mal blöd drein! Was tun??? Half ja nix: Haustürschlüssel in der Wohnung, Tür zu. Also bin ich recht ungeschickt in meinen Latschen über die Balkonbrüstung. Als ich gerade halb auf dieser Brüstung hing, ging da auch noch jemand vorbei, fragte „are you ok?“ und schaute dann zu. Was hätte ich sagen sollen „ja, ich find es toll in Latschen über das Geländer zu klettern und wer will schon so spießig sein und durch die Tür gehen?!“ Aber statt dessen hab ich gelächelt und genickt. Hielt es in dem Augenblick für die bessere Antwort. Dann durch das Blumenbeet zum Rental Office. Die haben zum Glück einen Ersatzschlüssel. So macht man sich also bekannt.
Hier ist bald Thanks Giving, auch „turkey day“ genannt. Alle sind schon ganz aufgeregt und die Familien versammeln sich zum gemeinsamen Truthahn essen. Ich werde an dem Tag arbeiten und den Salat in der Kantine genießen...
Aber kommen wir nun zur eigentlichen Geschichte für heute.
Zur Vorgeschichte, wie ich herausfand das hier wirklich alle möglich ist und meinem ersten Kulturschock:
Einer unserer Bankett Manager fragte mich ob ich nicht Lust hätte hin und wieder bei uns im Bankett auszuhelfen. Klar, warum nicht- war Bankett doch 1,5 Jahren in Passau ja „mein Baby“.
Gesagt, getan.
Vergangenen Freitag war es nun so weit, die erste Veranstaltung stand an, bei der ich meine Servicekünste unter Beweis stellen sollte.
Es handelte sich um einen Ball der US- Army, 450 Personen, 3-Gang-Menü. Sollte zu machen sein, vor allem weil ein Personalstock aufgefahren wurde, da hätten wir in Passau von geträumt!
Als ich um 16 Uhr nun im Bankett ankam, traf mich allerdings der erste „Schlag“. Gute zwei Stunden später sollte dieser Ballsaal von 450 Personen besetzt sein und nicht ein Tisch war eingedeckt?! Na, super, denke ich.
Also haben wir in Windeseile angefangen mit ca. 25 Personen einzudecken. Wow, aber wie! Andere Länder, andere Sitten.
Aber man lässt sich ja gerne belehren, und so habe ich gelernt, dass man das Wein- und Wasserglas über dem Dessertbesteck eindeckt, die Kaffeetasse links neben den Gabeln und der Brotteller wanderte dafür über das Dessertbesteck neben die Gläser...aha, mal was anderes. Das Dessertbesteck wird übrigens hier nicht nach der goldenen Regel „er liegt über ihr“ eingedeckt, sondern so, wie es der Platz auf dem Tisch hergibt..
Habe da schon geahnt das man alle damals hart erlernten Serviceregeln über Bord werfen kann.
Spannend wurde es als die Gäste eintrafen. Ich wusste nicht, was mich mehr beeindruckte: die Handserviette und vor allem die weißen Handschuhe die wir alle tragen mussten. Oder waren es doch die Gäste, alle sehr schick gemacht, die Army Leute in Unform. Machte schon was her!
Als der Saal eröffnet wurde, kam die nächste Überraschung.
Man kennt es ja, bei 450 Personen ist eine allgemeine Unruhe im Saal, jeder spricht, alle laufen rum, Stühle werden gerückt usw.
Aber hier?? Lag es an der Disziplin die in der Army herrscht? Es war eine absolute Ruhe im Saal. Jeder stand brav hinter seinem Stuhl bis dann jemand sagte „Take your seat“- bitte setzten Sie sich! Wirklich beeindruckend!
Aber dann wurde es noch beeindruckender: eine Frau stand auf, ging zum Mirkofon und hat aus vollem Leib die amerikanische Nationalhymne gesungen. Was für eine Stimme, Wahnsinn! Und alle erhoben sich und haben mitgesungen. Wow!!! Danach folgten einige Aufmärsche mit Fahnen und so, halt typisch Army mäßig. Das ganze dauerte ne Stunde etwa
Danach wurde noch gemeinsam gebetet. Nach dem langsam doch herbeiersehnten „Amen“ hieß es für uns endlich: es geht los (was auch gut war, mir wurd der linke Arm ganz schön schlapp, immer waagerecht halten, sonst fällt ja die Handserviette runter)
Aber glaubt mal, so was hab ich mein Leben nicht erlebt.
Das war mein erster richtiger Kulturschock!!!
Unser Stationskellner kam mit einem Tablett mit 8 Tellern angelaufen und wir haben es an unsere Tische verteilt. Also wirklich mal verteilt. Nix von wegen erst ein Tisch und dann den nächsten. Einfach so, wie es einem gerade in den Kram passt. Da dachte ich ja noch: ok, ist einfach nur unkoordiniert.
Aber ich wurde dann eines besseren belehrt und bekam meine nächste Service Schulung von unserem Bankettmanager: „wenn ein Gast Messer und Gabel parallel auf dem Teller liegen hat, dann heißt das, er ist fertig. Du kannst den Teller abräumen und den nächsten Gang servieren“ aha., also schon wieder was gelernt. War mir neu....
Neu war mir tatsächlich, dass ich dem Gast das Dessert bringen sollte, während die Dame neben ihm noch immer den Vorspeisensalat aß. Ja, das war mir wirklich neu! Aber zum denken oder gar Anregungen geben werde ich ja nicht bezahlt, also: abräumen!
Das Ganze wurde dann noch getoppt als wir die Anweisung bekamen alle Gläser von den Tischen abzuräumen. Alle, alle heißt auch die Vollen. *Schluck* war mir ja schon unangenehm den Leuten das volle Glas praktisch aus der Hand zu nehmen. Aber anscheinend wird das so gemacht...
Ja der Abend war schon....anders....
Kurz gefasst, das hatte nichts mit einem 5* Service zu tun, wie Berufsschule und Betrieb in der Ausbildung mal gelehrt haben- eher was von gehobenen Fastfood......mit Kellnern die weiße Handschuhe tragen. Aber hier scheint es so zu sein. Andere Länder, andere Sitten!?
Aber genug vom Hotel- schließlich habe ich heute und morgen frei und bei Euch ist auch Wochenende!
Es gibt noch eine wahnsinns Neuigkeit: ich bin nun stolze Besitzerin eines Fernsehers! Ja, genau, ich bin nun voll ausgestattet. Zwar habe ich kein Kabelanschluss, aber immerhin habe ich die Wahl zwischen 3 ganz hervorragenden Programmen (das kommt durch die Antenne auf dem Fernseher): Newschannel, Comedy und einen Sender, der ist spanisch...und nicht zu vergessen der Kinderkanal, aber da ist der Empfang schlecht und Kermit der Frosch ist immer doppelt zu sehen. Aber man fängt ja klein an.

Bei Euch ist es nun Abend, hier beginnt der Nachmittag. Und damit wird es Zeit den tag zu genießen. Ich werde nun raus gehen, meinem all favourit Starbucks einen Besuch abstatten.
Wir lesen uns bald wieder.
Bis dahin liebe Grüße
Sarah
Der Alltag hat sich so langsam eingeschlichen.
In meinem Apartment ist es mittlerweile richtig gemütlich geworden- nicht zuletzt Dank der bekannten Gesichter die die Wand zieren. Sie steht kurz vor der Vollendung und dann gibt es endlich mal ein Foto!

Zum Job komme ich gleich, es gibt neue „Erfahrungen“ zu berichten!
Die Wochen waren recht ruhig, viel ist nicht passiert.
Eigentlich kann ich nur Kleinigkeiten berichten...
hatte ich zum Beispiel erzählt wie ich mich ausgesperrt hab? Nein? Na, liegt vielleicht daran, dass es mir wirklich unangenehm war...das war so:
Ich wollte auf meine kleine Terrasse. Da es draußen ja kalt ist, habe ich brav die Tür hinter mir geschlossen. Die Terrassentüren hier haben eine wirklich tolle Einbruchsicherung: man legt einfach einen Metallarm in den Rahmen und niemand kann die Tür von außen öffnen. Wenn man von innen raus möchte, klemmt man diesen Arm einfach die dafür vorgesehene Halterung ein. Blöd ist nur, wenn dieser Arm nicht richtig einrastet in besagter Halterung. Schiebe also (von außen wohlgemerkt) die Tür zu – und plumps, fällt dieser Arm runter und die Tür ist geschlossen (hier sei noch mal erwähnt: ich war draußen).
Glaubt mal, da schaut man echt mal blöd drein! Was tun??? Half ja nix: Haustürschlüssel in der Wohnung, Tür zu. Also bin ich recht ungeschickt in meinen Latschen über die Balkonbrüstung. Als ich gerade halb auf dieser Brüstung hing, ging da auch noch jemand vorbei, fragte „are you ok?“ und schaute dann zu. Was hätte ich sagen sollen „ja, ich find es toll in Latschen über das Geländer zu klettern und wer will schon so spießig sein und durch die Tür gehen?!“ Aber statt dessen hab ich gelächelt und genickt. Hielt es in dem Augenblick für die bessere Antwort. Dann durch das Blumenbeet zum Rental Office. Die haben zum Glück einen Ersatzschlüssel. So macht man sich also bekannt.
Hier ist bald Thanks Giving, auch „turkey day“ genannt. Alle sind schon ganz aufgeregt und die Familien versammeln sich zum gemeinsamen Truthahn essen. Ich werde an dem Tag arbeiten und den Salat in der Kantine genießen...
Aber kommen wir nun zur eigentlichen Geschichte für heute.
Zur Vorgeschichte, wie ich herausfand das hier wirklich alle möglich ist und meinem ersten Kulturschock:
Einer unserer Bankett Manager fragte mich ob ich nicht Lust hätte hin und wieder bei uns im Bankett auszuhelfen. Klar, warum nicht- war Bankett doch 1,5 Jahren in Passau ja „mein Baby“.
Gesagt, getan.
Vergangenen Freitag war es nun so weit, die erste Veranstaltung stand an, bei der ich meine Servicekünste unter Beweis stellen sollte.
Es handelte sich um einen Ball der US- Army, 450 Personen, 3-Gang-Menü. Sollte zu machen sein, vor allem weil ein Personalstock aufgefahren wurde, da hätten wir in Passau von geträumt!
Als ich um 16 Uhr nun im Bankett ankam, traf mich allerdings der erste „Schlag“. Gute zwei Stunden später sollte dieser Ballsaal von 450 Personen besetzt sein und nicht ein Tisch war eingedeckt?! Na, super, denke ich.
Also haben wir in Windeseile angefangen mit ca. 25 Personen einzudecken. Wow, aber wie! Andere Länder, andere Sitten.
Aber man lässt sich ja gerne belehren, und so habe ich gelernt, dass man das Wein- und Wasserglas über dem Dessertbesteck eindeckt, die Kaffeetasse links neben den Gabeln und der Brotteller wanderte dafür über das Dessertbesteck neben die Gläser...aha, mal was anderes. Das Dessertbesteck wird übrigens hier nicht nach der goldenen Regel „er liegt über ihr“ eingedeckt, sondern so, wie es der Platz auf dem Tisch hergibt..
Habe da schon geahnt das man alle damals hart erlernten Serviceregeln über Bord werfen kann.
Spannend wurde es als die Gäste eintrafen. Ich wusste nicht, was mich mehr beeindruckte: die Handserviette und vor allem die weißen Handschuhe die wir alle tragen mussten. Oder waren es doch die Gäste, alle sehr schick gemacht, die Army Leute in Unform. Machte schon was her!
Als der Saal eröffnet wurde, kam die nächste Überraschung.
Man kennt es ja, bei 450 Personen ist eine allgemeine Unruhe im Saal, jeder spricht, alle laufen rum, Stühle werden gerückt usw.
Aber hier?? Lag es an der Disziplin die in der Army herrscht? Es war eine absolute Ruhe im Saal. Jeder stand brav hinter seinem Stuhl bis dann jemand sagte „Take your seat“- bitte setzten Sie sich! Wirklich beeindruckend!
Aber dann wurde es noch beeindruckender: eine Frau stand auf, ging zum Mirkofon und hat aus vollem Leib die amerikanische Nationalhymne gesungen. Was für eine Stimme, Wahnsinn! Und alle erhoben sich und haben mitgesungen. Wow!!! Danach folgten einige Aufmärsche mit Fahnen und so, halt typisch Army mäßig. Das ganze dauerte ne Stunde etwa
Danach wurde noch gemeinsam gebetet. Nach dem langsam doch herbeiersehnten „Amen“ hieß es für uns endlich: es geht los (was auch gut war, mir wurd der linke Arm ganz schön schlapp, immer waagerecht halten, sonst fällt ja die Handserviette runter)
Aber glaubt mal, so was hab ich mein Leben nicht erlebt.
Das war mein erster richtiger Kulturschock!!!
Unser Stationskellner kam mit einem Tablett mit 8 Tellern angelaufen und wir haben es an unsere Tische verteilt. Also wirklich mal verteilt. Nix von wegen erst ein Tisch und dann den nächsten. Einfach so, wie es einem gerade in den Kram passt. Da dachte ich ja noch: ok, ist einfach nur unkoordiniert.
Aber ich wurde dann eines besseren belehrt und bekam meine nächste Service Schulung von unserem Bankettmanager: „wenn ein Gast Messer und Gabel parallel auf dem Teller liegen hat, dann heißt das, er ist fertig. Du kannst den Teller abräumen und den nächsten Gang servieren“ aha., also schon wieder was gelernt. War mir neu....
Neu war mir tatsächlich, dass ich dem Gast das Dessert bringen sollte, während die Dame neben ihm noch immer den Vorspeisensalat aß. Ja, das war mir wirklich neu! Aber zum denken oder gar Anregungen geben werde ich ja nicht bezahlt, also: abräumen!
Das Ganze wurde dann noch getoppt als wir die Anweisung bekamen alle Gläser von den Tischen abzuräumen. Alle, alle heißt auch die Vollen. *Schluck* war mir ja schon unangenehm den Leuten das volle Glas praktisch aus der Hand zu nehmen. Aber anscheinend wird das so gemacht...
Ja der Abend war schon....anders....
Kurz gefasst, das hatte nichts mit einem 5* Service zu tun, wie Berufsschule und Betrieb in der Ausbildung mal gelehrt haben- eher was von gehobenen Fastfood......mit Kellnern die weiße Handschuhe tragen. Aber hier scheint es so zu sein. Andere Länder, andere Sitten!?
Aber genug vom Hotel- schließlich habe ich heute und morgen frei und bei Euch ist auch Wochenende!
Es gibt noch eine wahnsinns Neuigkeit: ich bin nun stolze Besitzerin eines Fernsehers! Ja, genau, ich bin nun voll ausgestattet. Zwar habe ich kein Kabelanschluss, aber immerhin habe ich die Wahl zwischen 3 ganz hervorragenden Programmen (das kommt durch die Antenne auf dem Fernseher): Newschannel, Comedy und einen Sender, der ist spanisch...und nicht zu vergessen der Kinderkanal, aber da ist der Empfang schlecht und Kermit der Frosch ist immer doppelt zu sehen. Aber man fängt ja klein an.

Bei Euch ist es nun Abend, hier beginnt der Nachmittag. Und damit wird es Zeit den tag zu genießen. Ich werde nun raus gehen, meinem all favourit Starbucks einen Besuch abstatten.
Wir lesen uns bald wieder.
Bis dahin liebe Grüße
Sarah