Mittwoch, 14. März 2007

Insomnia

Insomnia- Schlaflosigkeit

Nun liegen bereits etwa zwei Monate Nachtdienst hinter mir. Der Körper und auch der Tagesrhytmus haben sich schon daran gewöhnt, die Nacht zum Tag zu machen. Heute haben ich frei, muss morgen wieder "früh" raus zum Spätdienst und- ich kann nicht schlafen.

Jeder, zugegebener Maßen krampfhafter Versuch endlich einzuschlafen, scheitert. Das Brummen der Klimaanlagen der Nachbarn direkt vor meinem Fenster scheint schon fast hypnotisierend. Aber immer wieder wird man herausgerissen, schliesst da doch wieder einer sein Auto per Funk zu mit einem netten Hupen als Untermalung zu. Und die Nachbarn von oben drüber kommen gerade nach Hause. Woher ich das weiß? Sie benutzen die Holztreppe direkt neben dem Fenster (und den Klimaanlagen), in einer Lautstärke die einem Elefant im berühmten Porzellanladen gleichkommt.
"ich muss mein Bett mal wieder aufpumpen" war noch ein Gedanke der mir so durch den Kopf ging, als sich meine Toilette wieder selbst abzog.

Es reicht, runter von dem Airbed und irgendwas anderes machen. Vielleicht hilft es ja den so sehr herbeigesehnten Schlaf zu finden?!

Nun sitze ich hier, Stille auf der anderen Seite der Wohnung. Aber nur kurz, Gelächter und Stimmen sind zu hören. Ich erinnere mich an Ronnies Worte, mein Nachtdienst Kollege "Americans never sleep" Ja, da scheint er nicht ganz Unrecht zu haben. Was er nun wohl gerade macht?! Wahrscheinlich wie immer um diese Uhrzeit: ein Nickerchen...

Gedanken machen sich im Kopf breit. Man schweift rum wie die nächsten Wochen werden- sind es doch nur noch 14 Tage, die zu arbeiten sind und nur noch wenige Wochen bis der Flieger wieder in die Heimat geht.
Werde ich einen Job finden? Vor allem einen Job ohne Nachtdienste, Langeweile und Vergammeln?
Wie wird es sein, wieder zu Hause im Ruhrgebiet? Wird man von den, schon seit Jahren sehnlich vermissten, Freunden mit den offenen Armen empfangen und kann sich in der Vertrautheit der alten Freundschaften geborgen fühlen? (an dieser Stelle gerne noch einmal der bereits geäußerte Wunsch nach einem Frühstück mit Brötchen und Quark...und der Welcome Back Überraschungsparty- von der ich natürlich nichts weiss- mit Apfelschorle en mas und allen Leckereien die es hier nicht gibt, inklusive dem guten Kriegisch- Apfelkuchen!)

Wie wird es sein hier in Atlanta Abschied zu nehmen? Ja, es werden Tränen kullern, die Kollegen sind in der Zeit ans Herz gewachsen. Erst zu Hause wird man viele gute Punkte des täglichen Lebens hier in den USA vermissen- die Möglichkeit 24/7 einkaufen zu gehen, die (wirklich nur oberflächliche) Freundlichkeit der Menschen "Hey, how are you doing?" und die Leichtigkeit mit der hier viele, vor allem alltägliche Dinge, genommen werden.
Aber Abschied nehmen von den USA hat noch Zeit. Aufregende Wochen mit Reisen und Erkunden der verschiedensten Orte stehen bevor.

Draussen fangen die Vögel an zu zwitschern, kündigen einen neuen Tag an. Zeit also einen neuen Versuch zu starten Schlaf zu finden. Diesmal wird es klappen, die schönen Gedanken an zu Hause im Kopf.
In diesem Sinne: eine gute Nacht