Freitag, 13. April 2007

Bermuda- welcome to little paradise

Eine Woche Bermuda liegt nun hinter mir.
Was kann man dazu nur sagen außer: einmalig, wahnsinnig, schön, traumhaft, unvergesslich, paradiesisch, aufregend, faszinierend und so weiter.

Am 5. April habe ich den Koffer Dank des eigenen Körpergewichts doch noch zubekommen und machte mich auf den Weg zum Hartsfield International Airport Atlanta. Da es sich nach Bermuda um einen internationalen Flug handelt, stand ich diesmal nicht am Self Check In Kiosk sondern nun in der Schlange zum Einchecken, umgeben von einer Großfamilie auf ihrem Weg in die Mexiko. Die 50 Pounds Koffer samt Inhalt wurden aufgegeben und ich machte mich mal wieder auf den nun schon fast vertrauten Weg zur Security- wie immer auf Socken.

Die Aufregung stieg als wir uns im Landeanflug auf Bermuda befanden. Doch irgendwie war mir nicht ganz wohl bei der Aussicht die ich sah: der Blick wanderte aus dem Fenster und man sah nur Meer. Wir befanden uns nicht mehr wirklich weit von der Meeresoberfläche entfernt, man meinte jeden Augenblick würde der Flieger aufsetzten- doch wo war Bermuda? Da, zum Glück, kurz bevor die Maschine aufsetzte kam nun die Insel zum Vorschein.

Der Weg durch die Ankunftshalle bis hin zum Gepäckband war nicht lang und schon habe ich samt Koffer bermudianischen Boden betreten.
Alex stand schon da in seiner Uniform, Bermudashorts und Kniestrümpfe, und wir machten uns auf den Weg zum Auto. Zum Glück ging er vor, denn ich hätte mich wohl erst mal auf die falsche Seite gesetzt, auf Bermuda herrscht Linksverkehr. Ja, ich war Beifahrer- auf der Seite auf der wir sonst fahren. Was für ein seltsames Gefühl.

In Melanies und Alex’ Wohnung angekommen lernte ich dann auch Winnie kennen, die Katze und später kam dann auch Melanie. War das schön, endlich, nach so langer Zeit wieder jemanden in die Arme schließen der einem doch so vertraut ist.

Wie könnte es schöner sein: das Osterwochenende stand vor der Tür, Melanie und Alex hatten frei und ich war auf Bermuda. Ein Traum!
Den Freitag führte uns der erste Weg nach einem ausgiebigen Frühstück in die 3000 Einwohner- Hauptstadt Hamilton um einen Motorroller auszuleihen, das Fortbewegungsmittel schlechthin auf der Insel. Nun ging es also an jeder Kreuzung, Kreisverkehr oder Abbiegung die wir zu nehmen hatten in meinem Kopf rund: „links fahren, links fahren, links fahren“
Freitag und Samstag haben wir am Strand verbracht, Samstag hat sogar das Wetter mitgespielt. Es war ein traumhaft schöner Tag, das Meer vor der Nase, der Sand unter den Füßen und die Sonne wärmend von oben.
Der Samstag endete mit sonnenverbrannten, schmerzenden Füßen und einer Tour über die Insel mit Besichtigung der Restaurants, die zu der Gruppe von Melanies Arbeitgeber gehören- und einem Essen im „Blu“, sehr gut!

Der Sonntag stand voll im Schatten eines Déjà- Vu.
Wieso? Wir planten eine Inselrundfahrt zu machen. Mit der Fähre hoch an das andere Ende und mit dem Roller wieder nach Hause. Geplant, gesagt, getan- bis wir nach der Fährüberfahrt und ca. 8 zurückgelegten Kilometern eine Rollerpanne hatten. Kaum zu glauben, da liegen die aufregenden Stunden auf dem Highway bei Miami mit einer Autopanne und Nico in Florida gerade mal einen guten Monate hinter mir und nun standen wir schon wieder am Straßenrand?! Unglaublich. Entweder war es schon eine Art „Vertrautheit“ dieser Situation, so das ich erstaunlich ruhig war oder aber die schmerzenden Füße haben Oberhand gewonnen- es war wohl eine Mischung aus Beidem. Der Roller sagte nichts mehr also musste ein Abschleppwagen her. Aus dem Abschleppwagen wurde ein LKW mit Pritsche, der uns dann auch mit zur Rollerwerkstatt nahm. Da das Bike nicht sofort gerichtet werden konnte, stand uns ein recht langer Fußweg bis zur nächsten Anlegestelle der Fähre bevor. Wahrscheinlich waren es nur ca. 2 Kilometer, aber meine Füße fanden das mit diesem mega Sonnenbrand doch recht weit und vor allem schmerzhaft!

Ostern war also mit Sonntag auch vorbei und die Woche begann für Melanie und Alex mit Alltag- für mich mit „Business“. Es war wohl eine Art Osterüberraschung, dieses eingefädelte Vorstellungsgespräch.
Am Vormittag zog ich nun doch recht aufgeregt einen von Melanies Anzügen an, meine Turnschuhe und aß eine Banane um mich dann auf den Weg zum Lido Komplex zu machen um dort drei der Verantwortlichen zu treffen. Es war eine wahnsinns, atemberaubende Aussicht, direkt am Strand, und ein sehr angenehmes, nettes Gespräch was mit einem Angebot für einen Traumjob im Paradies endete...

Was für ein Tag- er endete ebenso schön und aufregend wie er begann: wir feierten eine „German Party“. Roberto, ein deutscher Koch der nun auch auf Bermuda arbeitet, stieß zu uns und wir hatten einen langen, lustigen Abend. Spät nachts haben wir uns erst bettfertig gemacht, habe die Luftmatratze aufgepumpt und mich in den Schrank gelegt.

Die Tage bis Mittwoch vergingen schnell, Ausflüge rund um die Insel, durch die kleinen Ortschaften, Kaffee trinken und immer wieder Füße hochlegen bestimmten das Tagesprogramm um die Abende dann gemütlich ausklingen zu lassen, mal im Restaurant, mal zu Hause auf der Couch. Interessante Dinge habe ich über die Insel gelernt. Zum Beispiel hat man dort ein "ernsthaftes Obdachlosen-Problem". Die genaue Zahl der Obdachlosen kann nicht genannt werden, man schätzt aber 6 oder 7. Vier konnte ich zählen...
Mittwoch Abend wurde dann noch einmal ein kleines German-Party-Revival gefeiert. Dies war ein Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde und der sich als etwas ganz Besonderes tief in mein Herz graben wird.

Donnerstag war es nun soweit und es hieß Abschied nehmen von Alex, Melanie, Winnie und Bermuda um wieder Richtung Atlanta zu fliegen.
Eine Woche Bermuda, die ich nicht vergessen werde, die etwas ganz Besonderes war mit vielen Eindrücken, Erlebnissen und auch überwältigenden Gefühlen. Melanie& Alex und auch Roberto: ich danke Euch von ganzem, tiefstem Herzen!